Wirkung von Wasser auf Apfelbäume: Nicht genug oder zu viel?

Eine der häufigsten Ursachen für den Rückgang oder Tod von Bäumen ist das Ungleichgewicht von Wasserbedarf und -angebot.

Zu wenig Wasser

Wenn der Wasserbedarf eines Obstbaums höher ist als das Angebot, kommt es zu Trockenstress. Trockenstress verursacht Welken, Gelbfärbung der Blätter, fortgeschrittenen Blattfall und vorzeitige Fruchtreife oder Fruchttropfen. Oft ist Trockenstress in den heißen Sommermonaten mit Hitzestress verbunden. Wenn Trockenstress und Hitzestress zusammenfallen, kommt es zusätzlich zu den zuvor genannten Symptomen zu einem Anbrennen der Blätter. Wenn die Blätter versengt sind, trocknen ihre Ränder aus und die Blätter werden braun.

Aufgrund erheblicher Unterschiede im Wurzelwachstum haben Unterlagen einen großen Einfluss auf die Trockentoleranz von Apfelbäumen. Große, etablierte Bäume mit tiefen Wurzeln und Bäume auf standardgroßen oder halbzwergigen Unterlagen wie M.26 und Mm.111 vertragen kurze Dürreperioden. Junge oder neu gepflanzte Bäume und Bäume auf Zwergwurzeln wie M.27 oder M.9, mit flachen Wurzelzonen sind empfindlicher gegen Trockenstress. Darüber hinaus tragen Zwergbestände mehr Früchte pro Blattfläche als Standard- oder Halbzwergbestände, und das Vorhandensein der relativ großen Anzahl von Früchten erhöht den Transpirations-Wasserverlust unter solchen Stressbedingungen signifikant.

Zu viel Wasser

Überschüssiges Wasser (Wasserstress oder Überschwemmung) ist genauso schädlich wie zu wenig Wasser (Abb. 1, 2). Überschüssige Bodenfeuchtigkeit schließt Sauerstoff aus dem Boden aus, was zu schweren Verletzungen des Wurzelsystems führt. Baumwurzeln in feuchten Böden hören auf zu wachsen, Mineralien werden nicht absorbiert, Blätter werden gelb und bleiben klein, und schließlich beginnen Wurzeln zu sterben. Die Gelbfärbung der Blätter beginnt im Allgemeinen am unteren Teil des Baumes an der Innenseite der Krone und bewegt sich dann nach außen. Eine vorzeitige Fruchtreife und eine signifikante Abnahme der Fruchtqualität sind charakteristisch für Bäume in wassergesättigten Böden. Neben dieser primären Schädigung des Baumes und der Früchte wird das Wurzelsystem anfälliger für Infektionen mit phytopathogenen Mikroorganismen unter „nassen Füßen“. Apfelbäume in schlecht entwässerten Gebieten sind häufig mit Phytophthora-Wurzel- und Kronenfäule infiziert und nehmen über ein oder mehrere Jahre langsam ab.

Abbildung 1. Frühjahrsflutung in einem Apfelgarten mit hoher Dichte. ‚Golden Delicious‘ auf B.9. Foto: Jozef Racsko. Abbildung 2. Schwere Überschwemmungen während des Fruchtwachstums und der Entwicklung führen zu vorzeitiger Fruchtreife und anschließendem Baumsterben. ‚Pinova‘ auf M.9. Foto: Jozef Racsko.

Bestimmte Unterlagen haben eine gewisse Resistenz gegen Probleme, die durch überschüssiges Wasser verursacht werden, und andere Unterlagen sind besonders anfällig für diese Probleme. Der Zwergwurzelstock M.9 ist relativ resistent gegen Überschwemmungsstress und Phytophthora-Wurzel- und Kronenfäule. M.7 und Mm.111 sind mäßig anfällig, MM.106 ist anfällig und MM.104 ist sehr anfällig.

Referenzen und Ressourcen

Wassermanagement von Obstbäumen: http://www.treesforyou.org/Planting/Watering/watering_your_trees.htm

Jozef Racsko, Die Ohio State University

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